Das in Manganoxiden enthaltene Mangan ist für viele Organismen ein essenzielles Spurenelement. In geringen Konzentrationen aufgenommen ist es ungefährlich, in hohen Konzentrationen kann es jedoch toxisch sein.
Aufnahme in Umweltorganismen
Wasserflöhe nehmen Manganoxid Partikel auf. In Laborexperimenten wurde eine 7-500-fach erhöhte Konzentration an Manganoxid Nanopartikeln (Mn2O3) in Wasserflöhen im Vergleich zu unbehandelten Wasserflöhen gemessen. Ein Transfer innerhalb der Nahrungskette und Langzeitwirkungen kann deshalb nicht ausgeschlossen werden .
Auch Moose nehmen Manganoxid Nanopartikel (Mn3O4) schnell auf und speichern diese .
Toxizität in Umweltorganismen
Hohe Konzentrationen an Manganoxid Nanopartikeln (Mn2O3) führen bei Wasserflöhen zu keiner akuten, toxischen Wirkung. Ein beobachtetes, vermindertes Fressverhalten konnte nicht auf die Nanopartikel zurückgeführt werden .
In Pflanzen zeigen niedrige Konzentrationen an Manganoxid Nanopartikeln (Mn2O3) eine stimulierende Wirkung auf das Wachstum. Im Detail produzieren sie mehr grünen Blattfarbstoff, mehr Triebe und zeigen eine erhöhte Aktivität von Enzymen, die Mangan enthalten. Erst bei sehr hohen Konzentrationen an Manganoxiden treten negative Effekte auf, wie z.B. verkleinerte Wurzeln bzw. Verringerung des Wurzelgewichtes und eine Schädigung der Zelloberfläche .
Eine toxische Wirkung von hohen Konzentrationen an Manganoxid Nanopartikeln (Mn2O3) tritt in Bakterien auf. Im Fall des Bakteriums E. coli zeigt sich die toxische Wirkung in einer konzentrationsabhängigen Hemmung des Wachstums. Wie Fluoreszenzfärbungen belegen, verursachen Manganoxid Nanopartikel wahrscheinlich eine teilweise Zerstörung der Zellhülle .
In hohen Konzentrationen (100 µg/ml) hemmen Nanodrähte aus Manganoxid (Mn2O3) das Wachstum von Bakterien. Durch mikroskopische Beobachtung konnte eine Anlagerung der Nanopartikel belegt werden, die ebenfalls eine Zerstörung der Zelle zur Folge hatte .
Die wichtige Gruppe der Stickstoff bindenden Bakterien wächst langsamer bei steigenden Konzentrationen an Manganoxid Nanopartikeln (Mn2O3). Es wurde außerdem eine verringerte Genaktivität festgestellt. Interessanterweise tritt dieser Effekt nur in hoher Sauerstoffumgebung (wie es beispielsweise in Kläranlagen der Fall ist) auf, was darauf schließen lässt, dass Sauerstoff die Wirkung von Manganoxiden beeinflusst .
Wie Bakterien werden auch Hefen durch Manganoxid Nanopartikel (Mn2O3) in ihrem Wachstum gehemmt (von 100 bis zu 1000 mg/L). Auch hier finden sich Schäden an der Zellhülle. Keinen Einfluss auf das Wachstum zeigen Nanopartikel aus Titandioxid, die als Referenz verwendet wurden .
Garnelen zeigen ebenso wie Pflanzen ein verbessertes Wachstum, eine höhere Aktivität der Verdauungsenzyme und vermehrten Muskelaufbau nach Fütterung mit Manganoxid Nanopartikeln (Mn3O4) .
Ein schützender Effekt von Manganoxid Nanopartikeln (MnO2 und Mn3O4) zeigte sich in Mauszellen. Wasserstoffperoxid, ein Stoff welcher die Zellen stark schädigen kann, wird durch die Manganoxid Nanopartikel in unschädlichen Sauerstoff und Wasser umgewandelt. Diese Manganoxid Nanopartikel fungieren dabei als Katalysator. Diese schützende, katalytische Funktion von Manganoxid Nanopartikeln könnte bei Entzündungsreaktionen, die oft mit Oxidationsprozessen einhergehen, zum Tragen kommen .
Algen können Manganoxid Nanopartikel (Mn2O3) selbst herstellen und in ihren Zellen einlagern. Die katalytische Wirkung der Nanopartikel bewirkt einen Abbau von Schadstoffen, z.B. Bisphenol A .
Neben Algen haben auch Bakterien die Fähigkeit selbstständig Manganoxid Nanopartikel (MnO2) zu synthetisieren .
Nanoskalige Manganoxide (Mn2O3) als mineralische Zusatzstoffe in Futtermitteln haben keine negativen Effekte auf die Entwicklung von Hühnern. Die Verwendung von nanoskaligen Manganoxiden wird bevorzugt, weil das Huhn dieses besser verwerten kann als größere Partikel .
Zusammenfassung zu ROS
Sehr hohe Manganoxid Partikel (Mn2O3) Konzentrationen können in verschiedenen Lebewesen (in Wasserflöhen, Bakterien und Moosen) zu erhöhten Freisetzungen von ROS führen .
Beurteilung der Effekte auf Umweltorganismen
Manganoxid Verbindungen (Mn2O3) fördern in geringen Dosen das Wachstum, zu hohe Konzentrationen führen jedoch zu toxischen Wirkungen (z.B. Schädigung der Zellhülle oder Entwicklung von ROS). Die positive Wirkung ist auf die essenzielle Bedeutung von Mangan als wichtiger Spurenstoff zurückzuführen, während die negative Wirkung durch die Bildung von ROS erklärt wird, die erst bei hohen Konzentrationen von Manganoxid Nanopartikeln auftritt .
Manganoxid Nanopartikel fördern in niedrigen Konzentrationen Wachstum und Gesundheit. Durch hohe Konzentrationen entsteht oxidativer Stress/ROS in Zellen und es treten Schädigungen auf.